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Flugbuchung mit South African Airways
Wo Wein wächst, ist es schön. In Stellenbosch ist es schöner...
Nein, lassen wir das. Keine Vergleiche mit der Pfalz, der Mosel oder dem Rheingau. Weder die deutschen Anbaugebiete noch die südafrikanischen haben das nötig. Es ist lediglich mein fast verzweifelter Wunsch, eine Kategorie für das zu finden, was ich hier erlebe. Außerdem möchte ich nicht permanent nur dieses „es ist einfach wundervoll“ in mich hineinatmen. Was tun also mit der Glückseligkeit, die mich beim Anblick dieser Weinlandschaft sanft umhüllt? Wirken lassen, ist eine Option. Atmen eine zweite. Wein probieren eine sehr gute dritte. Wo fange ich am besten an? Hier in den Winelands im Hinterland von Kapstadt, nur eine gute Autostunde entfernt, reihen sich die südafrikanischen Top-Weingüter aneinander, wie die Perlen einer Kette. Connaisseure aus der ganzen Welt haben ihren Blick fest auf das Land am Kap gerichtet.






Die neue Generation der Top-Weinmacher wird angeführt von Winzern wie Eben Sadie, Adi Badenhorst, Miles Mossop oder Johann Reynecke. Das sind Namen, die man sich unbedingt merken sollte. Allein in Stellenbosch gibt es über ein Dutzend renommierter Weingüter – darunter Rust en Vrede, Kleine Zalze, Simonsig, Thelema oder Webersburg. Heute entscheide ich mich für einen Besuch bei Dornier. Das Weingut liegt in der Landschaft wie ein unbekanntes Musikinstrument. Und es spiegelt sich im See, der vollkommen unbewegt davor liegt.
Fast habe ich den Impuls, mich auf Zehenspitzen zu nähern, um diese Harmonie nicht zu stören. Ich treffe Christoph Dornier. Er ist Maler und Gründer dieses Weingutes. Ja, und er ist ein Nachkomme der Dornier Flugzeugbauer in Friedrichshafen. Eine Geschichte für sich. Was ich hier und jetzt erlebe ist handfester Weinbau auf höchstem Niveau und 60 Hektar. Glasklare, filigrane Weißweine und volle, gut ausbalancierte Rotweine aus den für Dornier typischen Rebsorten Shiraz, Pinotage, Merlot oder Cabernet Franc. Die Premium-Cuvées des Hauses aus der Donatus Linie lassen mich innerlich niederknien. Jetzt hätte ich gerne etwas irdisches, etwas ganz reelles. Das gibt es glücklicherweise im Restaurant des Hauses im Stil einer Bodega. Sie ist sympathisch, bunt und mit den traditionell-ländlichen Speisen Südafrikas bestückt. Christoph Dornier erklärt, dass er mit dem „No-Meat-Monday“ und dem SASSI-Fisch (South African Sustainable Sea Food) mehr möchte, als nur dem Nachhaltigkeitsanspruch genüge tun. Es ist seine Überzeugung, dass es überhaupt nur so (weiter) geht. Agritourismus sei die wichtigste Bewegung für die Industrie. Und auch im Weinbau setzt Dornier voll auf Bio-Diversität.
Qualität verbindet sich hier mit Kreativität und Ästhetik und vor allem mit einem ernst gemeinten Umweltbewusstsein. Mein inneres Juchzen ist stiller geworden. Nicht, weil ich nicht mehr glücklich bin, sondern weil ich so beeindruckt bin.
Weitere Infos
Ein Besuch in den südafrikanischen Winelands lohnt sich: Mehr als 340 Weingüter sind hier angesiedelt, mit einer großen Auswahl an Verköstigungen und Picknick-Gelegenheiten.
Südafrikas Weinbautradition geht zurück bis ins 17. Jahrhundert und fußt auf den Wurzeln europäischer Einwanderer. Seit dem politischen Umschwung 1994 hat sich Südafrikas Weinwirtschaft prächtig entwickelt und exportiert heute etwa 400 Millionen Liter pro Jahr weltweit. Bei den internationalen Verkostungswettbewerben sind die südafrikanischen Winzer immer ganz vorne dabei. Kristallklare, filigrane Weißweine und samtige, gut balancierte Rotweine, die die Handschrift ihrer Winzer tragen. Eine tolle Mischung an gewachsenen Traditionsweingütern und jungen, charakterstarken Winzern, die sich mit viel Können, Fachwissen und Lust, die Dinge anders zu machen, dem Weinbau verschrieben haben. Vorbildlicher Naturschutz und der Erhalt der Artenvielfalt zählen zu den erklärten Zielen der südafrikanischen Weinwirtschaft. Viele Weingüter bieten Weinbergs-Wanderungen, Mountainbike-Touren oder andere Aktivitäten an. Sie laden zu Übernachtungen ein oder zur Ernte im südafrikanischen Herbst im Februar.

