Kapstadt und Umgebung

Tischeben zeichnet sich die Oberkante von Kapstadts Wahrzeichen, der Tafelberg mit 1000 Metern Höhe vom blauen Himmel ab, flankiert von den Felsklötzen Lions Head und Signal Hill. Viele Pfade und ein berüchtigter Klettersteig führen zu ihm hinauf. Aber am bequemsten ist die Seilbahn aus der Schweiz. Die rotierenden gläsernen Rundkabinen fassen 65 Passagiere. Oben erwartet sie aber keine flache Tischplatte, sondern eine bizarre Felslandschaft. Ein Rundwanderweg bietet Ausblicke auf die Viermillionenstadt, auf gigantische Felsen und den Ozean.
Taucht man in das von Hochhäusern flankierte Zentrum von Kapstadt ein, so überrascht es durch seine Überschaubarkeit und sein üppiges Grün. Von der Burganlage, die einst zum Schutz der Kapkolonie erbaut wurde, ist es nicht weit zu allen sehenswerten Gebäuden: Vom Parlament, dem Rathaus, der neogotischen St. Georg’s Kathedrale bis zu Geschäftshäusern im Jugendstil. Das Südafrika-Museum stellt frühzeitliche Felsmalereien aus und ein riesiges Walskelett. Zwischen diesen prachtvollen Gebäuden breitet sich der Company Garden aus, der aus Gemüsebeeten entstand, die der erste Kapgouverneur van Riebeeck ab 1662 zur Versorgung der holländischen Ostindienflotte anlegen ließ.
Das jüngste und attraktivste Stadtviertel ist die Victoria & Alfred Waterfront, entstanden aus farbenfroh bemalten viktorianischen Lagerhallen und Docks rund um den roten Uhrturm und um die Hafenbecken. Eingebunden sind Luxushotels, Sonnenterrassen, Flaniermeilen und Shopping-Center. Von Fast-Food-Kneipen bis zum New-Orleans-Restaurant „Green Dolphin“ mit kulinarischem Anspruch und Live-Jazz ist alles vertreten. Das Ganze ist ein Publikumsmagnet ersten Ranges. Trotz Sanierung und neuem Anstrich ist der Alltag mit Fischerbooten, Lotsenschiffen und Dieselgestank nicht verloren gegangen.
Von der Waterfront lassen sich täglich bis zu tausend Besucher auf das flunderflache Robben Island herüberschippern. Die einstige Gefängnisinsel wurde von der UNESCO als Symbol der Freiheit zum Weltkulturerbe erklärt. Ergreifend ist, wenn Ahmed Kathrada, einer der engsten Weggefährten Mandelas und ANC-Mitkämpfer (African National Congress) im Innenhof des einstigen Hochsicherheitstrakts von der Zeit spricht, als er hier, an Händen und Füßen gefesselt, eingeliefert wurde. Als indischstämmiger und hellhäutigerer Farbiger hatte er einige Vorteile gegen über den schwarzen Freiheitskämpfern. Er durfte lange Hosen und Socken tragen, erhielt mehr Brot und mehr Zucker. Erst nach drei Jahren bekamen alle gleiche Kleidung und Essen. Pro Halbjahr war nur ein Brief mit 500 Wörtern erlaubt und nur ein Besucher, aber nicht die eigenen Kinder. Hart war die Arbeit im Steinbruch mit Hacke und Schaufel. Der helle Stein reflektierte das Sonnenlicht so stark, dass sich Mandela dort sein Augenleiden zuzog. Während der Arbeit gab es verstohlen Gelegenheit zum Sprechen. Man erfuhr Neues und lernte von den Mitgefangenen, Ärzten, Lehrern und Juristen. Mandela nannte es Freiluftuniversität in seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit.“ Sieben Jahre schlief Kathrada wie die Gefährten in eine Decke gehüllt auf dem Boden. Erst dann wurden in den zwei Quadratmeter großen Zellen Pritschen aufgestellt. Auf die Frage, ob keine Bitterkeit oder Rachegelüste in ihm geblieben seien, verneint er und stellt fest: “Damit schadet man sich selbst mehr als den anderen.“ Ihm und seinen einstigen Weggefährten geht es mittlerweile sehr gut. Aber es wird noch lange dauern, bis all die Schwarzen, die in den Elendshütten der Townships hausen, auf die Sonnenseite Südafrikas gelangen. So lange sind solche Viertel noch ein Pulverfass.
Von Kapstadt werden Ausflugsfahrten über die Kap-Halbinsel geboten. Der gut 160 Kilometer lange Trip ist eine der spektakulärsten Tagestouren Südafrikas. Man könnte ihn im Kirstenbosch Botanical Garden beginnen. Im Garten an den Hängen des Tafelberges gedeihen 9.000 von insgesamt 22.000 im südlichen Afrika existierenden Pflanzen. Auch die Protea, die Nationalblume des Landes, blüht in allen Farben. Die Prachtexemplare von Strelitzien werden „Mandelas Gold“ genannt. Eine romantisch zugewachsene Ecke mit einem winzigen Teich heißt das „Bad des Oberst Bird“. An die Vergangenheit erinnert eine Hecke aus wilden Mandelbäumen, die van Riebeeck 1660 zum Schutz seiner Versorgungsstation hatte anlegen lassen. Familien mit Kindern und Picknickkörben verbringen angenehme Stunden in diesem Paradiesgarten.
Von Ferienort Hout Bay erreicht man per Schiff die nahe gelegene Insel Duiker Island., ein Robben- und Vogelschutzgebiet. Tausende von Pelzrobben tummeln sich im Wasser und auf den Felsen. Es sind größtenteils Männchen, die hier ihre Geschlechtsreife abwarten. Kapkormorane, Küstenscharben, Dominikaner-und Hartlaubsmöven sind hier zu Hause. Das Betreten der Insel ist streng verboten. Am Hafen von Hout Bay werden tonnenweise Hummer, Thunfisch und andere Tiefseefische entladen. Souvenirstände bieten kunstvoll bemalte Straußeneier an.
Nicht weit von der Kapspitze befindet sich die Straußenfarm der deutschen Familie Kölle. Der Besitzer, ein ehemaliger Arzt, ist ein sogenannter Aussteiger. Verständlich, wenn man die prachtvolle Landschaft sieht. Mit etwas Glück erleben die Besucher, wie im Brutkasten gerade ein junger Strauß aus dem großen Ei schlüpft. An die 300 Eier liegen darin und werden regelmäßig bewegt. Eine Arbeit, die in der Natur Vater Strauß übernimmt. 150 Kilogramm wiegt ein ausgewachsener Strauß. Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen, zumal er keinerlei Beziehung zum Menschen aufbaut. Hinter seinem Tritt steckt eine Wucht von 500 Kilogramm In zwei Sekunden erreicht er eine Geschwindigkeit von 75 Stundenkilometern. Wird man in der freien Natur von ihm verfolgt, so hilft nur, sich hinlegen und tot stellen. Straußenfleisch hat wenig Fett und kein Cholesterin. Das Leder des Riesenvogels ist das stärkste der Welt und sehr teuer. Echtes Straußenleder erkennt man an den Noppen, in denen die Federkiele saßen. Eine Handtasche aus Straußenleder kostet bis zu 13.000 Rand. Die Straußenfedern werden zum größten Teil nach Südamerika ausgeführt. Eine Kuriosität auf dieser Straußenfarm ist die Elenantilope mit Namen Schubert. Deren früherer Besitzer war wohl starker Raucher. Wenn sie Nikotin riecht, kommt sie näher und lächelt ganz selig.
Wo Atlantik und Indischer Ozean aufeinander treffen, befindet sich das Kap der Guten Hoffnung. Das Wasser stürmt hier wie zu Zeiten des Bartolomeu Diaz, als er 1488 das Kap entdeckte. Bei der Weiterfahrt auf der Kap-Halbinsel blickt man auf endlos weite Sandstrände auf türkisblaues Meer, wo die bis zu 16 Meter langen Kapwale ihre beeindruckenden Sprünge machen und dabei Wasserfontänen ausstoßen.
Südlich des Hafenstädtchens Simon’s Town erstreckt sich einer der schönsten Strände der Kap-Halbinsel. Gewaltige Granitfelsen gaben ihm den Namen: Boulders. Außer Sand und Meer sind hier die Afrikanischen Brillen-Pinguine anzutreffen. Sie leben geschützt in Kolonien. Seit Anfang 1998 gehört Boulders Beach zum neuen großen Cape Peninsula Nationalpark, der mit dem Tafelberg und dem Kap der Guten Hoffnung große Teile der Kap-Halbinsel einschließt.
Um nach Stellenbosch ins Weinland zu gelangen, kann man von Kapstadt aus den Nostalgiezug „Spier“ nehmen. Der Weinanbau, der östlich von Kapstadt beginnt, hat in Südafrika eine lange Tradition. Schon Jan van Riebeeck, der erste europäische Siedler am Kap der Guten Hoffnung, versuchte sich damit, wenn auch ohne großen Erfolg. Doch bereits sein Nachfolger auf dem Gouverneursposten, Simon van der Stel, erlangte mit seinen Keltereien internationalen Weltruhm. Napoleon, Friedrich Georg Klopstock und Bismarck schätzten schon die südafrikanischen Weine. Die Weinanbaugebiete breiteten sich nach und nach über das gesamte Westkap aus. Außerdem gehört die Landschaft der fünf Weinregionen zu den reizvollsten des ganzen Landes. Grandiose Bergketten und sanft gewelltes Hügelland, weit auslaufende Täler, schroffe Felsklippen, heiße Wüstenregionen und schwarze fruchtbare Erde prägen die Schönheit der Gebiete bei Stellenbosch, der von Paarl, Constantia, Durbanville, Swartland, Worcester, Robertson, Olifantsriver, Little Karoo und dem Orange River. Auf diesen Weinrouten erreicht der Besucher im Auto oder beim Wandern, Radeln und Reiten wunderschöne Weingüter mit weißen Giebelhäusern im kapholländischen Stil und ihren Kellereien. Beim Schlemmen und Weinverkosten lernt er das Südafrika für Gourmets kennen.
Dietlind Castor

Information:
SAT South African Tourism, Regionalbüro Deutschland und Europa, An der Hauptwache 11, 60313 Frankfurt/M., Tel. 069/929129-0, Fax 280950, www.southafricantourism.de

Spier: E-Mail: spier7@iafrica.com Website: www.spier.co.za

Lage: Die Republik Südafrika umfasst den südlichen Teil des afrikanischen Kontinents.
Gesamtfläche von 1.219.090 qkm, fast dreieinhalbmal so groß wie Deutschland, aber nur halb so viel Einwohner.
Rund 3.000 Km Küste entlang des Indischen Ozeans im Osten und Süden und des Atlantischen Ozeans im Westen.

Klima:
für Mitteleuropäer sehr angenehm, warm gemäßigtes subtropisches Klima, mediterran an der Süd/Westküste, Sommerniederschläge (November bis Mai) von Osten nach Westen stark abnehmend, durchschnittl. Temperatur in Kapstadt im Juli 12,6 Grad Celsius, im Februar 21,5 Grad C.

Geld: Landeswährung ist der Rand. Ein Rand sind 100 Cent. Es empfiehlt sich, Geld erst bei Ankunft am Flughafen zu tauschen

Impfungen:
Keine Impfvorschriften Hepatitis A –Impfung wird empfohlen

Einreise: nur mit gültigem Reisepass

Reiseführer: DUMONT Richtig reisen Südafrika von Elke und Dieter Losskarn
HB-Bildatlas Südafrika –Namibia
Bildband Südafrika mit Bildern von Christian Prager, herausgegeben von South African Airways

Kapstadt und Umgebung
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Geld

5

Bei dem Thema Geld ist Dir wohl ein Fehler unterlaufen. Denn 10 Rand sind ca 1€ (100 cent)