Dem Taucher bieten sich am Kap exzellente Möglichkeiten: Gleiten Sie über harte und weiche Riffe mit ihren farbenfrohen Bewohnern im Indischen Ozean, entdecken Sie die zahlreichen Schiffwracks, denen das Kap zum Verhängniswurde, und stoßen Sie vor in den Atlantischen Ozean, der wiederum durcheine völlig andere Unterwasserlandschaft gekennzeichnet ist.
Der unter Tauchern beliebteste Ort ist Sodwana Bay entlang der KwaZulu-Natal North Coast. Dort kommen Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen auf ihre Kosten. Tauchen Sie hinab zu den südlichsten Korallenriffen der Welt und erfreuen Sie sich am Anblick der in allen Farben des Regenbogens schillernden Bewohner. Auch wenn dieser Tauchplatz besonders gut für Anfänger geeignet ist, zieht es auch die Fortgeschrittenen und Könner gleichermaßen hierher.
Das Tauchen in Schiffswracks ist ein Abenteuerspielplatz für erfahrene Taucher. In den verlockenden, labyrinthartigen Schiffsfriedhöfen ist besondereVorsicht geboten. Sicherheit
steht hier an erster Stelle.
Auch im Landesinneren gibt es einladende Tauchplätze für alle Unerschrockenen, denn hier besteht die Unterwasserwelt aus weiten Höhlennetzen und solltenur von sehr erfahrenen Tauchern in Angriff genommen werden.

Beliebte Tauchplätze in Südafrika
Western Cape
Gemessen an anderen Tauchplätzen auf der Welt, ist Tauchen in der Provinz Western Cape in jeder Hinsicht einmalig. Umgeben von zwei Meeren, dem warmen Indischen Ozean und dem kalten Atlantik, bietet Südafrika das ganze Jahr hindurch optimale Tauchbedingungen in zwei völlig unterschiedlichen Unterwasserwelten. Im Sommer sorgt der Südostwind für ruhige Gewässer im Atlantik, wo die Wassertemperaturen im glasklaren Meer selbst zu dieser Jahreszeit Nordsee-Niveau kaum übersteigen. Die Winterstürme aus Nord-West bringen Regen undsauberes Wasser in die False Bay.
- In den Sommermonaten zwischen September und April ist die beste Zeit für die Erkundung der Unterwasserwelt der Atlantikküste mit ihren zahlreichen Schiffswracks. Westlich der False Bay liegen mindestens 16 gesunkene Schiffe, darunter die RMS Athens (1865), SS South African Seafarer (1966), die Vis (1740), die Trafalgar (1839) und das große englische Schiff Lusitania (1911).
- In der False Bay liegen die Wassertemperaturen dank des warmen Agulhas-Meeresstroms, der das um einige Grad wärmere Wasser aus dem Indischen Ozean in die Buch fließen lässt, etwas höher. Obwohl die False Bay im Übergangsbereich zweier Strömungen liegt, zeichnet sich dieser an der Ostküste von Cape Point gelegene Küstenabschnitt durch einen besonders großen Artenreichtum an Fischen aus. Taucher sollten allerdings in gebührendem Abstand zu Seal Island und Whittle Rock auf Exkursion gehen, da dieses Gebiet eindeutig von den Großen Weißhaien beansprucht wird. Schöne Tauchziele sind dafür Garden of Eden, Castle Rocks, Miller's Point, Spaniard Rock, The A-Frame oder alle anderen, für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignete Tauchplätze.
- Erfahrene Taucher zieht es vielleicht weiter hinaus nach Batsata Rock oder Steenbras Deep. Das Gebiet um Cape Hangklip oder Mossel Bay ist für Taucher einladender, wohl auch wegen des berühmten Schiffswracks HMS Birkenhead, dessen Erkundung für die Profi-Taucher ein prickelndes Tauchabenteuer verspricht.
Die Garden Route
Obwohl die Garden Route mehr für ihre herrliche landschaftliche Schönheit bekannt ist, bietet sie in ihren warmen Gewässern zahlreiche Gelegenheiten, die Unterwasserwelt beeindruckend schöner Küstenstreifen zu erkunden.
- Wie klar das Wasser hier ist, hängt von den Jahreszeiten und den zahlreichen, an dieser Stelle in das Meer mündenden Flüsse ab. Treffen Sie Ihre Reiseplanungen am besten für die Wintermonate von Mai bis September, wenn die Wassertemperaturen sich zwischen 16 und 18°C bewegen. Zu dieser Zeit ist das Wasser am klarsten und bietet Ihnen einen Blick von acht bis fünfzehn Metern in die Tiefe.
- Auch die Monate Dezember und Januar eigenen sich gut zum Tauchen. Das Wasser wird oft bis zu 25°C warm, allerdings hat man mit ca. 5 m nur eine begrenzte Sicht nach unten. Die Farbenpracht und der Artenreichtum der Korallenriffe entlang der Küste sind kaum zu übertreffen. Viele der hier lebenden Meerestiere findet man sonst nirgendwo auf der Welt.
- Zu den guten Plätzen an der Mossel Bay gehört das Windvogel Reef. Die Vielfalt an großen Fischen ist beeindruckend, obwohl sich hier nur erfahrene Taucher in die Tiefe wagen sollten. Weniger versierte Taucher steuern das Santos Reef an.
- In Knysna können sich auch Tauchanfänger zum Wrack der Phantom in die Tiefe wagen, wohingegen die gesunkene Paquita zwischen den Knysna Heads dann wieder den Profis vorbehalten ist. Auch im offenen Meer haben Taucher die freie Auswahl, wo sie auf noch völlig unberührte Landschaften voller Riffe stoßen.
- Auch das beliebte Badeziel an der geschwungenen Küste von Plettenberg Bay bietet gute Tauchbedingungen. Die besten Tauchmonate sind hier September und Oktober. Die meisten Taucher starten von Booten aus zur Erkundung der vielen Korallenbänke mit einem beachtlichen Reichtum an Meeresfauna.
- Ein Stück weiter an der Küste, in dem durch eine zerklüftete Berg- und Küstenlandschaft geprägten Tsitsikamma National Park, findet sich der einzige Unterwasser-„Dive Trail“ in Südafrika. Die besten Tauchmonate mit überwältigenden Anblicken von harten und weichen Korallenriffen sowie Schlangensternen sind hier Februar und März, dann wieder im Juni und Juli.
Sunshine Coast
Die Riffe zwischen Cape St. Francis und Port Elisabeth sind größtenteils noch nicht erforscht.

- Die beste Zeit, um hier auf Tauchgang zu gehen ist von September bis November.
- Die Wassertiefe liegt zwischen 3 und 40 m; die Riffe sind größtenteils nur vom Boot aus zu erreichen. An diesem Küstenstreifen liegt das gesunkene Schiff Santissimo Sacramento aus dem Jahr 1647 und die in der jüngeren Vergangenheit gesunkene MV Kapodistrias, die im Jahr 1985 vor Publikum am Strand unterging.
- Die Küste beherbergt noch viele weitere Schätze bis hinauf zur Insel Bird Island, die mit dem Untergang der Doddington im Jahr 1755 Berühmtheit erlangte. Nur 23 der 270 Mann starken Besatzung überlebten die Havarie bei Mitternacht, als das Schiff auf einen Felsen auflief. Die Überlebenden mussten bis zu ihrer Rettung sieben Monate auf der unbewohnten Insel ausharren.
- Weiter die Küste entlang, zwischen Port Alfred und Gonubie, finden sich noch mehr unerforschte Tauchplätze und Schiffswracks. Die beste Tauchzeit ist hier in den Monaten Mai bis August, wobei sich die Wetterverhältnisse in diesem Küstenabschnitt rapide verändern können. Eine genaue Planung kann sich daher als etwas schwierig erweisen. Sowohl vom Land als auch von Booten können Taucher hier auf Exkursion gehen und in eine Welt voll schillernder Farbenpracht in rot, gelb und orange hinabtauchen. Sagenhafte Korallenriffe und Schwämme, und ungewöhnlich große Fische prägen diese Unterwasserwelt – ebenso wie Haie.
Wild Coast
Die Wild Coast zieht sich an der Ostküste Südafrikas entlang und ist für ihre raue Landschaft und gnadenlose Brandung bekannt.
- Da die Wild Coast bisher von Tauchern kaum erkundet wurde warten der verlorene Schatz der Grosvenor (1782) und das Wrack der Waratah (1910) noch immer auf Entdeckung.
- Dieser südöstliche Küstenabschnitt lässt sich in der Tat nur als wild und ungestüm bezeichnen, die starke Brandung erlaubt nur Tauchgänge von Booten aus. Da der Küstenstreifen für Fahrzeuge nur sehr schwer zugänglich ist, blieb dieser Abschnitt von Tauchern bisher verschont, sodass die Unterwasserwelt hier noch völlig unberührt ist.
KwaZulu-Natal Südküste
Weiter in Richtung Norden und entlang der Südküste von KwaZulu-Natal ist die Landschaft durch sanft geschwungene Hügel mit grünem Zuckerrohr gekennzeichnet, und das warme Wasser des Indischen Ozeans ist wie eine offene Einladung.
- Die von Mai bis September dauernden Wintermonate sind die beste Zeit für die Erkundung der Unterwasserwelt an diesem Küstenabschnitt da es nur wenig regnet und die Flüsse wenig trübendes Regenwasser in den Ozean tragen.
- Aliwal Shoal, ein riesiges Unterwasserriff etwa 5 km von Umkomaas entfernt, ist unter erfahrenen Tauchern und Hailiebhabern äußerst beliebt. Tauchen ist hier nur vom Boot aus möglich, und setzt eiserne Nerven voraus, bis es nach oft mehreren Anläufen endlich so weit ist, ins Wasser hinabzutauchen. Obwohl dieser Küstenabschnitt für seine Haie bekannt ist, darunter Tiger- und Weißer Hai, Mako- und Sambesihai sowie der Düstere Hai (Dusky Shark) ist bisher kein Fall eines Haiangriffs auf einen Taucher bekannt. Das berühmte Schiffswrack der elegant auf der Seite ruhenden Produce (1974) ist ein weiteres beliebtes Taucherziel in der Nähe.
Elephant Coast
Nördlich von Durban liegt die Zululand Coast mit Sodwana Bay, die bis hinauf nach Mosambik reicht. Die Landschaft über und unter Wasser ist hier atemberaubend schön. Die Unterwasserwelt zählt zu dem Eindrucksvollsten weltweit und das Tauchen hier ist ein einmaliges Erlebnis. Hier liegt das wahre Taucherparadies von Südafrika mit fast perfekter Unterwassersicht, angenehm temperiertem Wasser, fantastischen Korallenriffen und einer unglaublichen Vielfalt an marinem Leben.
- Die besten Zeiten zum Tauchen liegen in den Wintermonaten von April bis September, wobei die Unterwassersicht im Mai und Juni am besten ist. Die Wassertemperatur liegt grundsätzlich über 21°C und erreicht sogar oft 28°C.
- Karett- und Lederrückenschildkröten legen während der Sommermonate ihre Eier an den Stränden ab, ein Anblick, der das Bild vom Paradies vervollständigt. Schöner geht es nicht mehr.
Tauchziele im Landesinneren
- Wondergrat ist der bekannteste Süßwasser-Tauchplatz im Landesinneren von Südafrika. Man sagt diesem Ort nach, er sei ein Fass ohne Boden. Viele Taucher sind nie mehr aus seinen Tiefen aufgetaucht. In der Nähe von Mafikeng in der North West Provinz gelegen, besteht Wondergat aus einem Höhlennetz, in dem sich Garnelen, Krebse und kleine Süßwasserfische bewundern lassen.
- Badgat ist ein hoch gelegner Tauchplatz in der Nähe von Badplaas in Mpumanlanga. In diesem Gewässer gibt es nur wenig Leben und Tauchen ist nur an der Leine erlaubt.
Miracle Waters – dieser 30 Meter tiefe, aus dem Quarzabbau entstandene und künstlich angelegte See, ist bei Tauchern sehr beliebt und liegt nur etwa 10 km vom Hartbeespoort Dam entfernt nördlich von Johannesburg.