Hospitality and leisure at its high end – Luxustage im Pezula Resort

Hospitality and leisure at its high end – Luxustage im Pezula Resort

von Stefan, Tag sieben und acht

Von Kapstadt bis Knysna fährt man bei direkter Verbindung fünf Stunden auf gut ausgebauten Straßen, vorbei an Farmlandschaften von beeindruckender Größe, mit Hügellandschaften auf der linken Seite und ab George mit Meeresblick auf der rechten Seite. Die Garden Route ginge etwa 200 km östlich von Kapstadt bis hinauf nach Port Elisabeth, so lese ich, ihr Herz schlägt aber in Knysna und Umgebung.

Erneut perfekt organisiert, wurde die Gruppe von einem der Pezula Chauffeure bereits in Kapstadt abgeholt - Lunch-bag inklusive. Der Empfang im Hotel war wieder so herzlich und gleichzeitig professionell, dass mir dies schon als typisch südafrikanische Eigenschaft erscheint. Eine Mischung, die ich so in reinen Business Hotels noch nicht erlebt habe. Angetan bin ich erstmal von der Inneneinrichtung des Hotels, sowohl von der Lobby als auch vom Restaurantbereich, aber noch mehr von den Zimmern/Suiten. Modern, exklusiv, mit Fokus auf bestimmte Ausstattungselemente: Offener Kamin mit Sandsteinverkleidung, davor eine Sitzgruppe mit einem Long Chair. Es fällt mir schwer, dieses gelungene Design so zu beschreiben, wie es ihm gebührt. Nur soviel: Ich habe reichlich Fotos gemacht, schließlich bin ich gerade an der Neugestaltung meines Wohn- und Arbeitszimmers … Hier empfehle ich wirklich die Fotos auf der Hotelwebsite.

Das Resort ist etwas außerhalb von Knysna auf einem Bergrücken gelegen, so dass die Aussicht auf die Lagune von Knysna ebenso genossen werden kann, wie der rückwärtige Blick über die mit lokaler Fynbos Flora bewachsenen Hänge bis hin zum Meer, Luftlinie vielleicht 2 km entfernt. Dazwischen liegt, neben einigen wenigen Häusern, ein Golfplatz der Extraklasse, umgeben von Natur und zum Teil mit Blick aufs Meer. Ich habe zwar nicht gespielt, aber wenn sich ein sehr bekannter schweizer Tennisspieler mit Golf-Ambitionen hier ein Anwesen gekauft hat, dann wird der Platz sicher etwas besonderes sein.

Die Damen der Gruppe gehen an diesem Nachmittag ausreiten, auf südafrikanischen Kap-Pferden, die nach ihrer Fast-Ausrottung in den Buren-Kriegen aktuell wieder nachgezüchtet werden. Pezula hat einen der Züchter mitsamt Pferden für sich gewinnen und zur Weiterführung der Zucht auf dem Pezula-Gelände bewegen können. Ich kann nur berichten, die Damen waren hingerissen von Pferden, Züchter und Landschaft.

Am Vorabend steht nochmals Spa auf dem Programm. Natürlich nicht in irgendeinem, sondern im „Best Spa of Africa“. Ich habe die Rücken- und Nackenbehandlung gebucht und ermahne mich selbst, bei der Behandlung vor Wohlbehagen nicht einzuschlafen. Es kommt aber etwas anders: Meine Therapeutin sucht und findet all die von der Reise und dem langen Sitzen verspannten Stellen und „renkt“ sie wieder ein. Wie beschreibe ich das Gefühl, wenn man danach aufsteht und die kleinen Zipperlein wie weggeblasen sind. Sehr professionell ! Vollkommen entspannen darf ich dann eingewickelt in Tüchern und Decken auf einem der drei Wasserbetten mit integrierten Massagedüsen. Zugegeben, hier musste ich dann schon geweckt werden. Mehr braucht es zur Entspannung nicht, aber es gibt noch vieles zu entdecken. Neben Indoorpool sowie Dampf- und Trockensauna gefallen mir besonders die Regenduschen in/aus 4 m Höhe.

Bleibt noch als krönender Abschluss des Tages das Dinner im vielfach ausgezeichneten Restaurant Zachary's hervorzuheben, mit Fisch und Austern aus der Umgebung von Knysna. Aber ich merke nun, mir gehen langsam die Premiumattribute aus.

Der letzte Tag ist nochmal ganz der Entspannung und Erholung gewidmet. Spät aufstehen und lange frühstücken – bei Sonne und Blick auf die Lagune von Knysna. Anschließend lassen wir uns von einem Shuttle in die unberührten Teile des Resorts fahren, treffen dort einen Wanderführer, der uns auf einen einstündigen Mittags-Hike durch die renaturierten Wälder des Resorts begleitet und hierbei ausgesprochen fachkundig Flora und Fauna erklärt. Am Ende des Weges warten vier Kanus auf uns, mit denen wir die letzten Kilometer zu einer versteckten Meeresbucht zurücklegen, in der nur sehr vereinzelt Besucher zu finden sind (siehe Bilder). Etwas oberhalb der Bucht liegen die Pezula Private Castles. Ursprünglich als Villenhäuser reicher Rhodesier im 19. Jahrhundert errichtet, hat Pezula einige dieser Häuser vor kurzem saniert. Wir durften diese besichtigen – sie werden inklusive Koch, Chauffeur und Butler nur als ganzes Paket vermietet. Die Gebäude, die Einrichtung, die Außenanlagen und schließlich der Blick – High End, den ich kaum in Worten wiedergeben kann. Vielleicht geben die Bilder etwas besser Auskunft. Nelson Mandela war übrigens der erste Gast.

So bleibt mir zum Ende des Tages nur noch von unserer abschließenden Boma inmitten der Natur zu berichten. Südafrikanisches Barbecue mit den besten Zutaten frisch vom Grill sowie Gemüse aus den Schmortöpfen, die im Feuer heiß gehalten werden. Ein in jeder Hinsicht würdiger Ausklang unser Luxus-Gruppenreise.

Der Folgetag ist leider schon der Abreise gewidmet. Vormittags bleibt noch Zeit, ein wenig durch die Waterfront in Knynsa zu bummeln. Sicher kein Vergleich zu Kapstadt, aber es entwickelt sich - und bis zur Fußball-WM nächstes Jahr hat man noch große Pläne. Schließlich werden drei oder vier Teams in der Region um Knysna untergebracht werden – eines auch im Pezula. Welches Team dies sein wird, entscheidet sich spätestens bei der Gruppenauslosung zur WM – die Warteliste welches Nationalteam ins Pezula darf, steht aber bereits.

Zum Ende der Reise und nach so vielen Eindrücken und Annehmlichkeiten in kürzester Zeit frage ich mich schon, welches nun das Beste unter diesen Top Resorts / Hotels gewesen ist, die uns Jacana Tours empfohlen hatte: Beantworten kann ich es nicht. Jedes der besuchten Hotels hat Auszeichnungen verdientermaßen erhalten und zeichnet sich seinerseits durch exklusive Eigenheiten aus: Singita durch die Game Drives auf Privatland im tierreichsten Gebiet Südafrikas mit Top Essen und Weinen, das Cape Grace mit origineller Einrichtung und optimaler Lage in Kapstadt und Pezula durch die Weite des Naturareals (1000 Hektar!) und das legere Lifestyle-Feeling mit Meer- und Lagunenblick. Ich wollte keines der drei missen. Ebenso wenig wie den perfekten Service und das exzellente Essen. Im Gegenteil, eigentlich steigert sich sogar noch das Erlebte durch die unterschiedlichen Facetten der Hotels, gerade in dieser Reihenfolge, wie wir sie erleben durften. Ich kann nur empfehlen, sich für solch maßgeschneiderte Luxusreisen an Jacana Tours zu wenden – die Geschäftsführerin und ihr Team kennen sich sehr gut aus vor Ort. Das Pezula steht nicht einmal in meinem Reiseführer. Von allein wäre ich nie darauf gekommen. Meine Last Minute Flugbuchung wurde innerhalb von kürzester Zeit realisiert.

Ein Wort zum Thema „Sustainability“

Daß Nachhaltigkeit ein Thema in den südafrikanischen Regionen und Hotels ist, die wir besucht haben, steht außer Frage. Nachhaltigkeit kann man auch im Sinne von wirtschaftlicher Nachhaltigkeit verstehen: Singita engagiert sich hier zum Beispiel beim Aufbau der angrenzenden Communities, jenen jungen Städten, die in letzten Jahren mit staatlicher Unterstützung entstanden sind. Die meisten Arbeitskräfte stammen aus diesen Ortschaften.
Nachhaltigkeit bei Pezula heißt unter anderem, die enormen Flächen, die das Resort umfaßt, zu renaturieren, ortsfremde, wasserintensive Vegetation wie Eukalyptus und Nadelhölzer zu entfernen und die heimische Fynbos- Flora wieder wachsen zu lassen. Einige Tiere und insbesondere zahlreiche Vögel sind wieder zurückgekehrt.

Einzig verwunderlich für mich: Ich habe in ganz Südafrika keine einzige Photovoltaik – oder solarthermische Anlage auf den Häuserdächern oder daneben gesehen. Scheinbar leisten nur wir uns diesen Luxus in Deutschland. Vielleicht sollten wir vermehrt dort investieren, wo es sich dank viel Sonne auch wirklich lohnt.

Schlussbemerkung

Nun sind meine Einträge hier bei dein-südafrika.de doch etwas länger geworden - eigentlich waren sie als Blog gedacht. Sie stehen nun unter Reiseberichte, die Titel temporär sogar auf der ersten Seite.
Wer mehr zu meiner Traumreise erfahren möchte, darf gerne kommentieren und nachfragen. Bilder und auch kleine Filmausschnitte habe ich genug (der Film-upload hat von Südafrika aus nicht funktioniert).

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