Spielplatz für Experten

Was lange schon vermutet wurde, konnte nun erstmals fotografiert, gefilmt und belegt werden: Orcas sind auf den Geschmack gekommen und stellen gezielt ihren Säuger-Artgenossen, den Delfinen, nach. Vor Port Elizabeth in Südafrika ist das aber nicht das einzige Spektakel, das lockt: Seebären, Haie, Wale und eine kaum überschaubare Artenvielfalt machen die Madiba Bay zum Abenteuerspielplatz für Taucher.
 
An Bord war absolute Stille. Es herrschte „wow - Stimmung" als Rainer Schimpf die zwei 90 PS Außenborder seines Speedbootes anwarf und in einer weitgezogenen Kurve wieder Kurs auf den Heimathafen Port Elizabeth nahm. Seine Kunden an Bord waren sprachlos und erst langsam begriffen die Taucher, dass sie soeben Zeuge eines ungewöhnlichen Vorgangs geworden sind. Die Verschlüsse der Kameras hatten wie wild geklickt und Rainers Filmkamera hatte festgehalten, wie eine Gruppe Orcas in eine Herde Delfine einfiel und Jagd auf sie machte. Dieser Vorgang wurde zwar schon häufiger beobachtet, ist aber bisher noch nie in so beeindruckenden Bildern dokumentiert worden.
Das Leittier der Orcagruppe fiel einen Delfin von unten an, packte ihn und schoss senkrecht aus dem Wasser um das verwundete Opfer sodann loszulassen und wenig später erneut anzugreifen. Dieses Jagdverhalten kennt man von den Weißen Haien, wenn sie vor den Kelpwäldern oder an Riffen patrouillieren um Robben zu jagen, die den Schutz des Kelps verlassen.
„Das war wohl einer meiner beeindruckendsten Momente als Tierfilmer und Tauchreiseveranstalter", sagte Rainer Schimpf nach diesem Trip, der seinen Kunden so beeindruckende Fotos bescherte, mit denen sie es bis auf die Titelseiten großer internationaler Tageszeitungen gebracht haben.
Rainer veranstaltet mit seinem Unternehmen Dive Expert-Tours Tauch-Expeditionen und bietet seinen Kunden, wie er sagt, „das Sahnehäubchen" auf ihre bis dahin gesammelten Taucherfahrungen an.
Er ist Deutscher und lebt seit 1999 mit seiner Frau Petra und dem neunjährigen Sohn Jonas in Port Elizabeth, seiner neuen Heimat in Südafrika.
Hier betreibt er ein Unternehmen mit dem er Filmteams / Profifotografen und erfahrenen Tauchern die Highlights, welche das Meer um Port Elizabeth zu bieten hat, zeigt. „Underwater scouting" oder „Marine logistics" nennt sich diese Aktivität, die am Ende nichts anderes ist, als das bezahlte Erleben eines ständigen Abenteuers.
Und das, was Rainer Schimpf anbietet, ist derart exklusiv, dass es schon seinen Preis hat. Dennoch finden seine ausgefallenen Touren immer mehr Anhänger, die bereits sind, die hohen Kosten und auch die Strapazen dieser Trips auf sich zu nehmen, um Zeuge von spektakulären Begegnungen zu werden.
„Was wir hier machen, ist nichts für Anfänger" sagt Rainer. Er nimmt nur Taucher mit auf seine Touren, die mehr als 100 Tauchgänge haben, eine gewisse Erfahrung mitbringen und es auch gewohnt sind, mit widrigeren Verhältnissen wie Strömung, Seegang und zum Teil geringen Sichtweiten umzugehen. Tagesgeschäft gibt es bei ihm gar nicht.
„Ich biete nur komplette Pakete an. Die dauern in der Regel zehn Tage und in dieser Zeit werden die Tauchplätze nach den vorherrschenden Wetterlagen individuell ausgewählt und angefahren", erklärt Rainer. Denn nur so kann er gewährleisten, dass die bisweilen sehr hohen Erwartungen der Kundschaft am Ende befriedigt werden.
„Beim Sardine Run zum Beispiel sind wir meistens den ganzen Tag auf dem Meer. Seegang und Strömung sind hier häufig anzutreffen und wenn dann ein Baitball gesichtet wird, muss alles ruck, zuck gehen. Da müssen die Taucher innerhalb von zwei bis drei Minuten im Wasser sein, sonst läuft diese Show ohne sie". Deshalb legt Schimpf bei seinen Touren Wert auf erfahrene Gäste, die mit ihrem eigenen Equipment tauchen und es perfekt beherrschen.

Hier geht's zu den Videos:
http://www.youtube.com/watch?v=l-bxOnAOH7I
http://www.youtube.com/watch?v=_V3rWd2VeuY
http://www.youtube.com/watch?v=kbpeBp2Amiw
http://www.youtube.com/watch?v=rzij_8vowg8
 

Sei der Erste: bewerte diesen Beitrag!