RANGERIN GESAS TAGEBUCH TAG 11: DU HAST DOCH N VOGEL!

Der Tag, an dem ich zum Vogelnarren wurde

 

Makuleke. Das ist die nördlichste Spitze des Krüger Nationalparks. Hier, wo der Luvuvhu den Limpopo-Fluss küsst, grenzt Südafrika an Mozambik und Zimbabwe. Es ist einer der wildesten Orte des Landes – und einer der Bezauberndsten. Satte Büffel grasen an grünen Flussufern; Elefanten trompeten in der Ferne; verträumte Wälder und moosüberwucherte Hügel lassen einen vergessen, dass es sowas wie Zivilisation überhaupt gibt.

 

Makuleke ist wegen seiner vegetativen Vielfalt ein Paradies für seltene Vogelarten – und lockt daher eine noch seltenere Sorte Mensch an: Die Vogelnarren.

 

Vogelnarren sind Menschen, die den afrikanischen Busch lieben; die nach Jahren voller „BIG 5“ der großen Tiere vielleicht langsam müde geworden sind und darum eine neue Herausforderung suchen. Oder zumindest ist das meine einzige Erklärung dafür, Faszination in der Vogelwelt zu finden und einen Rotschnabel-Madenhacker dem Büffel vorzuziehen, auf dessen Rücken dieser Vogel sich breit gemacht hat.

Auf mich will der Vogel-Funke irgendwie noch nicht so recht überspringen.

Ich bin schon froh, wenn ich einen Strauß von einem Storch unterscheiden kann. In Makuleke komme ich damit aber nicht durch. Hier flötet und zirpt und tiriliert es ununterbrochen und wir verbringen an diesem Tag zu Fuß im Busch Stunden damit, einen Racket-tailed-Roller im Gestrüpp zu erspähen, anstatt die großen Wildtiere zu suchen.

Der Racket-tailed-Roller ist aber auch wirklich ein ganz besonderer Vogel, der nur in diesen Gefielden Südafrikas zu finden ist. Vogelnarren reisen mitunter einmal um den ganzen Erdball nach Makuleke, nur um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Der Racket-tailed-Roller hat sich einen der schönsten Orte zur Heimat gemacht: Er lebt hier im märchenhaften „Fevertree Forest“, hoch oben in den Baumkronen.


Und es ist dieser Vogel, der am Ende selbst mich kriegt, als wir nach Stunden auf der Pirsch endlich ein türkisfarbenes Gewand aus schimmernden Federn in der Nachmittagssonne erspähen. Mit gebanntem Blick schauen wir durch unsere Ferngläser zu dem Vogel hinauf, der sich im goldgelben Licht die letzten Sonnenstrahlen aufs Gefieder scheinen lässt, bevor er sich dann für die Nacht einmummelt.


Und dann ist es doch passiert: Mein Name ist Gesa Neitzel und ich bin ein Vogelnarr.

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