RANGERIN GESAS TAGEBUCH TAG 8: FÄHRTENLESEN 101

Dampfende Haufen und Spuren im Sand

 

Von allen Fähigkeiten, die ich im Busch gelernt habe, fasziniert mich eine ganz besonders: Das Fährtenlesen. Im afrikanischen Busch ist das Interpretieren und Folgen einer Spur unfassbar wichtig. Und auch wenn ich noch weit davon entfernt bin, ein Tracking-Experte zu sein, gibt’s heute trotzdem ein paar Lektionen, die ich während meines Tracking-Kurses gelernt habe.

Geh immer mit dem ersten Instinkt!

Tracking-Unterricht läuft so: Der Lehrer geht vorweg und zieht Kreise um die Spuren im Sand, dann treten wir Schüler einzeln heran und untersuchen die Spur, die wir dann benennen müssen. Hier gilt: der erste Gedanke, der dir beim Betrachten der Fährte in den Kopf kommt, ist zu 95 % immer der richtige. Jedes Mal, wenn ich nicht mit diesem Bauchgefühl gegangen, lag ich falsch. Und das hängt einem ewig nach! Bis heute habe ich schwer damit zu kämpfen, dass ich einst eine wahnsinnig schwierige Fährte im Kopf richtig als Stachelschwein identifizierte - dann aber afrikanische Wildkatze sagte. …Oh, wie mich das immer noch ärgert!

 

Schau über den Tellerrand.

 

Die Informationen, die auf dem Boden liegen, beschränken sich nicht nur auf die Fährte im Kreis. Es ist wichtig, über den Tellerrand zu schauen und die Umgebung zu Rate zu ziehen. Sehe ich abgeknickte Äste? Ist mehr als nur eine Spur auf dem Boden? Ist fünf Meter weiter eine klarere Fährte erkennbar?

 

 

Achte auf den Untergrund.


Die Fußspur eines Impalas sieht auf weichem Sand aus wie ein kleines Herz. Ganz anders verhält sich das aber im matschigen Grund eines Flussbettes. Die Füße des Tieres spreizen sich im Matsch - und schon sehen sie aus wie die von einem Warzenschwein!

 

Hab keine Angst vor dampfenden Haufen.


Wer Tiere im Busch aufzuspüren gedenkt, kommt nicht drum rum: Die dampfenden Haufen müssen untersucht werden. Temperatur, Farbe und Größe geben Aufschluss darüber, welches Tier hier gemacht hat, wann es gemacht hat und was es vorher gefressen hat. Hyänen-Haufen sind meist weiß von dem Kalzium der Knochen, die sie mitfressen; In einem Löwenhaufen findet man oft noch das Fell ihrer Beute und Giraffen-Köttel sind an der Unterseite ganz flach, weil sie aus mehreren Metern Höhe fallen.

Newsletter abonnieren

Dein Herz schlägt für Südafrika? Dann abonniere ganz unverbindlich unseren Newsletter, denn so erhältst du immer alle wichtigen News rund um das Land an der Südspitze: Atemberaubende Routen, die schönsten Weingüter und natürlich jede Menge Wildlife zum Vorfühlen und Nachlesen.